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Historie

Geschichte und Aufgaben des Verbandes

Die Geschichte eines Ereignissesoder, wie in unserem Falle, eines Verbandes sollte man,um die Authentizität zu wahren, ambesten von jenen erzählen lassen, die sie selbst erlebt haben. Ing. Dr. PaulRieger war der erste Präsident unseres Verbandes und somit von Anfang andabei.Zum 40-Jahr Jubiläumunseres Verbandesverfasste er folgende Zeilen:

Das Jahr 1945 bringt eine große Wende für die Österreichische höhergebildete Technikerschaft. DerZusammenbruch des deutschen Reichesnach dem Zweiten Weltkriegsowie die Wiederentstehung des Österreichischen Staatswesens ziehteine entscheidende berufliche Veränderung nach sich. Diese neu entstandene Situation führt in der Folge nacheiner publizistisch vorgebrachten Anregung der Kollegin Ing. Pöhl-Mitis im Frühsommer des Jahres 1945zur Bildung eines technischen Proponenten-Komitees, das von hoch zuqualifizierenden technischen Exponenten, durchwegs Absolventen Höherer Technischer Lehranstalten gebildetwurde.

Eine große Zahl offener Problemeharrte ihrer Lösung. Das Entscheidendejedoch war die Kennzeichnungdes technischen Wissens der Ingenieurenach außen hin. Die einhellige Meinungaller Diskussionsmitglieder wardie Sichtbarmachung der Qualifikationder Absolventen unserer Höheren Technischen Lehranstalten als Ingenieure.Es war eine äußerst schwierige Aufgabe, die diesbezüglich zu bewältigenwar. Als Voraussetzung dafür wurde die Schaffung einer gesetzlichanerkannten technischen Institution,eines technisch anerkannten Vereines, angesehen. Nach fast einjährigeninternen Verhandlungen konnte zurRealisierung einer Vereinsgründunggeschritten werden, nachdem zahlreichevereinsrechtliche Hindernissebeseitigt waren. Neben polizeilichenrechtlichen Gründen waren auch Schwierigkeiten der alliierten Besatzungsmächte zu überwinden. Schließlichwar es so weit. Am 16. März 1946fand die Gründungsversammlungunseres Verbandes als „Vereinigungder Fachschulingenieure Österreichs“ im mittleren Saal des Musikvereinsgebäudesstatt. Das Interesseder Technikerschaft war enorm. Der Saal vermochte mit seiner Galerie dieZahl der erschienen Techniker nicht zu fassen. Nach der Vereinsgründung musste an die eigentliche Arbeitgeschritten werden. In zahllosen Vorsprachen,Beprechungen und Konferenzenmit den zuständigen leitenden Beamten der verantwortlichen Ministerien,in denen oft weitgehende Verschiedenheitenin den Auffassungenaufeinander abgestimmt werden mussten,wurde getrachtet, einen gemeinsamen Nenner im Interesse der (nachheutigen Begriffen) HTL-absolventenzufinden.

Gleichzeitig wurde mit den führendenPolitikern des Parlaments verhandelt,mit Bundeskanzler Ing. Leopold Figl,mit Kammeramtspräsident Ing. JuliusRaab, mit SPÖ-Parteichef Dr. BrunoPittermann und diversen anderen, imInteresse unserer studierenden Absprachen gepflogen.

Die langen, hart und zäh geführtenVerhandlungen mit den leitendenMinisterialbeamten und den führendenPolitikern hatten schließlich Erfolg. Im Sommer des Jahres 1948wurde das erste Ingenieurgesetz (der Zweiten Republik) aus der Taufegehoben. Mit einstimmigem Beschlussdes Nationalrates, ohne Einspruch des Bundesrates, erlangte es im gleichenJahr Gesetzeskraft.

Der VÖI hatte seinen ersten großen Erfolg errungen. Die Standesbezeichnung„Ingenieur“ stand unter gesetzlichem Schutz, wurde ministeriell verliehenund diente nicht als einfache Berufsbezeichnung. Ihre unberechtigteFührung wurde hart bestraft; ihre Träger waren nach einer einschlägigenPraxis Absolventen unserer Höheren Technischen Lehranstalten.

Das Ingenieurgesetz des Jahres 1948 stand25 Jahre in Kraft. An seine Stelletrat das Ingenieurgesetz 1973, das inmerito gleich ist, aber der modernentechnischen Entwicklung Rechnungträgt; auch seine Bestimmungen wurdenmit uns abgesprochen.

Hier enden die historischen Betrachtungenunseres ersten Präsidenten.Ein anderer Zeitzeuge, unser langjährigerLandesgruppenobmann undVizepräsident sowie FEANI-Repräsentantunseres Verbandes, RegierungsratIng. Ludwig Krinninger, siehtdie Entstehungsgeschichte unseresVerbandes so:

Für den Sektor der höheren Gewerbeschulenwurde mit Erlass des Ministeriumsfür innere und kulturelle Angelegenheiten vom 14. April 1939 diereichsdeutsche Bestimmung wirksam,wonach den diese „Ingenieurschule“verlassenden Personen ein„Ingenieurzeugnis“auszustellen sei. Da dieseZeugnisse nach dem Jahr 1945 nichtüberall anerkannt wurden, war nach der Gründung der Zweiten Republik Österreich eine klare Lösung dieses Problems notwendig. Deshalb wurdeim Jahre 1946 die „Vereinigung der Fachschulingenieure Österreichs“ (sohieß der heutige VÖI bei seiner Gründung) ins Leben gerufen. Die ersteund wichtigste Aufgabe dieser Vereinigungwar nun die Konzipierungeines eindeutigen „Ingenieurgesetzes“. Nach zweijähriger Vorbereitungszeit,in der mit Juristen, Behörden, Abgeordneten und dem AlliiertenRat (Vertretung mit Vetorecht der vier Besatzungsmächte zwischen 1945 und1955) verhandelt werden musste,wurde das „Bundesgesetz über dieVerleihung der Berechtigung zur Führungder Standesbezeichnung Ingenieur“vom Österreichischen Nationalratim Jahre 1948 beschlossen.

Änderungen in den Verhältnissen währendeiner mehr als 20-jährigen Geltungsdauer dieses Gesetzes und zutagegetretene Mängel machten eine Neufassung
Erforderlich, und so kam esnach dreijähriger Vorbereitungszeitzum jetzt gültigen „Ingenieurgesetz1973“.

Die letzten zehn Jahre des Verbandes waren von dem Bemühen geprägt, die Wiederherstellungder Vergleichbarkeit unserer Ausbildungmit den Ingenieurausbildungenanderer europäischer Länder, vor allem mitjenen in Deutschland und der Schweiz,wiederherzustellen. Nachdem wir –zigPublikationen verfasst, hunderte Gesprächemit Politikern und Personen des öffentlichenLebens geführt und tausende Briefegeschrieben haben, meinen wir Licht amende des Tunnels zu sehen.

Einem weiteren Ziel werden wir auch inZukunft große Beachtung schenken: dasAnsehen der Österreichischen HTL-Ingenieureund ihrer Verdienste für unser Volkund Land in der Öffentlichkeit hochzuhalten.Um dies zu erreichen, werden wir esuns, so wie bisher, nicht nehmen lassen,auch die Bildungspolitik weiter zu beeinflussenversuchen. Denn nur durch Ingenieure,die durch entsprechende Ausbildungund Bildung ihrer Persönlichkeit gelernthaben, Technik mit Hirn und Herz anzuwenden,wird uns das gelingen. Damit meinenwir einen guten Grundstein für die zweite Hälfte des Jahrhunderts unseres Bestehensgelegt zu haben.

Von Ing. Dr. Paul Rieger †
Regierungsrat Ing. Ludwig Krinninger†
und Ing. Dittmar Zoder

Die letzten zwanzig Jahre waren in erster Linie vom Einfluss der europäischen Union geprägt. Pisa, Bologna als Synonymeim Bildungswesen mit teilweise bitteremBeigeschmack für an und für sich sinnvolleZielsetzungen. Die Umsetzung könnteaber besser sein. Hatten wir im Vorfeld des Beitritts zur EU 1995 im Ingenieur-Rechtsbereich noch den Diplom-HTL-Ingenieur bzw. Diplom-HLFL-Ingenieur als Titel (nicht als Standesbezeichnung)bekommen, wurde diesermit dem Ingenieurgesetz 2006 zum Auslaufmodell. Anfangs im Bundesdienst, jedoch nur als B-wertig (Maturaniveau). Allgemein ist die Wahrnehmung in derÖffentlichkeit nicht sehr ausgeprägt. Dafürgibt es viel zu wenig Diplom-HTL-Ingenieure bzw. Diplom-HLFL-Ingenieure.
 

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